Sonstige Sagen aus dem Süntel

Der Süntel
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Nahe dem Weserstädtchen Hessisch-Oldendorf brechen die Ausläufer des Süntelgebirges felsenjäh in die Tiefe. Das ist der Hohenstein. In seiner Steilwand ragen mächtige Kanzeln auf und klüften Kamine, die zur Regenzeit ihre Sturzbäche dem Blutbach zuschäumen, der, vom Dachtelfeld kommend, dort unten durch das Totenfeld der Weser zuströmt. Kein Wunder, dass es in dieser Wildnis nicht ganz geheuer sein soll, denn hier haben die heidnischen Vorfahren ihren Göttern gedient. Auf dem Altar verströmte das Blut von Menschen- und Tieropfern, und aus den Blutstropfen der Geopferten sollen jene zarten Nelken aufgeblüht sein, die da noch immer wachsen. Aber nur die geweihten Priester durften jene Opferstätte betreten, während das Volk auf dem gegenüber-liegenden Wendelberge stand und auf ihre Prophezeiungen warten mußte. Die Bauern holen ihr Holz lieber aus anderen Wäldern, denn die Bäume am Hohenstein sind verhext, und wenn man sie einmal aufgeladen hat, so poltern Stämme und Scheite wieder vom Wagen herunter. Auch soll man den Einschlag nicht als Bauholz verwenden. Beim Fällen und Zimmern springen Funken heraus, die bringen Unheil und Notstand über das betreffende Haus.

Die goldene Krone vom Hohenstein

In den Höhlen und Grüften des Hohensteins sind verborgene Schätze zu finden. Eine goldene Krone liegt hier im Grund. Nur alle sieben Jahre erscheint zum Johannistag auf dem Trudstein (Grüner Altar) eine Zauberschrift und bleibt dort 24 Stunden sichtbar. Wer diese Zeichen zu lesen vermöchte, der könne ein reicher Mann werden, den sie verraten den Ort, wo die Schätze und die goldene Krone verborgen sind.

Süntel Sagen

Der schwarze Hund

Durch das Tal des Hohensteins schleicht ein großer, schwarzer Hund der ein Schlüsselbund an seinem Halsband trägt. Damit könne einer wohl die Tiefen der Erde erschließen. Aber wehe dem, der die Halskette ihm entreißen wollte. Nach anderer Auslegung steht das Wild im Gebiet um den Hohenstein unter Schutz des Berggeistes. Wer es jagt oder tötet wird vom schwarzen Hund zerrissen.

Quelle: Die schönsten Wesersagen von Karl Paetow